Olivenöl ist nicht gleich Olivenöl

Wer einmal das Olivenöl Angebot im Supermarkt oder gar Discounter mit dem eines Feinkostladens verglichen hat wird sich bestimmt schon mal gefragt haben weshalb ein Olivenöl extra vergine im Supermarkt pro Liter nur 5-12€ kostet, man im Feinkostladen jedoch 20-40€ pro Liter bezahlen muss.

Um hierüber Aufschluss zu erhalten sollten zunächst die Begriffe geklärt werden.
Eine EU-Verordnung legt drei verschiedene Güteklassen für Olivenöl fest: Die höchste Güteklasse ist die Bezeichnung “Olivenöl extra nativ”, gefolgt von “Olivenöl nativ” und abschließend “Lampantöl”.


•    Olivenöl extra nativ (italienisch: extra vergine):
nativ heißt, dass ein Produkt naturbelassen ist. Für die Herstellung von Olivenöl bedeutet dies, dass nur bewährte mechanische Verfahren zum Einsatz kommen dürfen, wie zum Beispiel die Kaltpressung oder die Kaltextraktion, bei welcher Fermentationen und Oxidationen der Oliven ausgeschlossen werden können.

Extra steht für die höchste Qualitätsstufe und bedeutet, dass das Olivenöl die höchsten Anforderungen an Geschmack und Zusammensetzung erfüllt. So werden nur die Oliven mit dem optimalen Reifezustand geerntet und innerhalb weniger Stunden nach der Ernte verarbeitet.
Einer der wichtigsten Qualitätsmerkmale ist hier vor allem der Säuregehalt des Öls, der den Wert von 0,8g pro 100g freier Fettsäuren nicht überschreiten darf. Diese Werte werden durch sensorische Test und chemische Prüfungen kontrolliert und können nur durch das Verwenden frischer und reifer Oliven erreicht werden. Bei überreifen, alten oder fauligen Oliven steigt der Säuregehalt stark an.

•    Für ein Olivenöl nativ dürfen auch beschädigte oder ältere Oliven verwendet werden und mit einer Ölmühle gepresst, die nicht den maximalen technischen Standards entsprechen, so wie es beim Olivenöl extra vergine der Fall ist.  Freie Fettsäuren dürfen bis zu  2% im Olivenöl nativ zu finden sein.

•    Lampantöl: Wird aus Oliven hergestellt, die vom Boden aufgesammelt werden, angefault oder fermentiert sind. Es darf in den Handel, wenn es mit “Oliven extra” vermengt wurde – dann trägt es die Bezeichnung “Olivenöl”. Da es chemisch behandelt wird kann es sogar gesundheitsschädlich sein.


Soweit die Theorie. Die Realität ist leider, dass die meisten Olivenöle „extra vergine“ in Supermärkten in Wahrheit nicht „extra vergine“ sind, sondern zum Großteil Lampantöl, bestenfalls noch natives Olivenöl, das mit etwas extra vergine Öl vermengt wurde. Konsumentenbetrug ist an dieser Stelle leider traurige Normalität.

Die minderwertigen Öle werden hierfür mit „chemischen Korrektoren“ behandelt, die den Säuregrad senken und den ranzigen Geschmack entfernen. Durch einen Deodorier-Prozess werden unangenehme Gerüche entfernt, die sich im Olivenöl befinden, wenn die Oliven zu lange in der Sonne gelagert werden oder sie sich in Kästen gestopft auf dem LKW befinden, bevor sie gepresst wurden. „Dank“ einer weiteren chemischen Verfeinerung soll dann noch eine „normale“ Farbe, Geschmack und Geruch des Öls erreicht werden. Diese Prozesse klingen nicht nur unappetitlich und gesundheitsschädlich, sie sind es auch!

Woran erkennt man denn nun ein echtes und hochwertiges „Extra vergine“ Öl?
Wie bereits erwähnt sind die Bezeichnungen “extra nativ” (ital. “extra vergine”) und “kalt gepresst” bzw. “kalt extrahiert” ein muss für ein gutes und hochwertiges Olivenöl, jedoch keine zu 100% verlässliche Angabe.
Man sollte ebenso auf eine sichere Herkunftsangabe achten, gerade bei den günstigeren Ölen ist oft klein der Hinweis „Mischung aus EU und nicht-Eu-Ländern“ vermerkt.  Wir empfehlen ebenfalls Öle von kleinen italienischen Herstellern, die nur wenige tausend Liter im Jahr produzieren.
Ein großes  Qualitätsmerkmale für ein Olivenöl ist der Geschmack. Man sollte das Aroma und den Geschmack schätzen lernen und ein billiges Olivenöl mit einem qualitativ hochwertigen Olivenöl vergleichen. Hier merkt man schnell, dass der typische Oliven Geschmack sehr wohl Unterschiede aufweist, er kann scharf, bitter oder fruchtig sein, je nach Ihrem persönlichen Geschmack. Je nach Olivensorte gibt es tolle Geschmacksunterschiede. Auch bewahrt ein gutes Olivenöl seine Aromen und Geruch auch noch nach Monaten.
Ein weiterer und ganz eindeutiger Punkt ein billiges von einem hochwertigen Olivenöl zu unterscheiden ist leider v.a. der Preis:
Ein gutes Olivenöl ist unter 15 € pro Liter einfach nicht zu bekommen, ganz egal was auf dem Etikett steht! Zu hoch sind die Investitionen und Kosten für die Produktion, angefangen bei der Pflege des Olivenhains (Beschnitt, Verwendung nicht schädlicher Dünger, Bewässerung, etc.), der Ernte (der richtige Zeitpunkt, nur reife Früchte werden per Hand gepflückt, die sich noch am Baum befinden müssen), bis hin zur aufwendigen Verarbeitung (max. 8 Stunden nach der Ernte), Filtrierung und Abfüllung des Öls.

Wer noch mehr und detailliertere Informationen über den Betrug bei Olivenöl erfahren möchte findet hier einen sehr ausführlichen und interessanten Artikel:
https://www.zentrum-der-gesundheit.de/olivenoel-qualitaet.html

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